• Nadine

Mach das, was dir gut tut

05.10.2019 Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.

Zitat von Jean-Jacques Rousseau.

Kürzlich ist mir wieder einmal aufgefallen, dass wir uns viel zu sehr selbst einschränken, indem wir nicht tun, was wir wollen, sondern eher das, was wir sollen oder was andere von uns erwarten. Auch tun wir viel zu sehr das, was uns vorgekaut wird und schwimmen mit dem Strom mit um, ja wozu eigentlich? Um zu gefallen? Um niemanden auf den Schlips zu treten? Um nicht anders zu sein? Also ich persönlich finde, dass anders sein oft gar nicht so verkehrt ist. Individuell ist eigentlich der schönere Ausdruck dafür. Meist tun wir etwas, was wir eigentlich gar nicht wollen und sind unzufrieden und unglücklich, anstatt lieber etwas zu tun, was wir wollen und was uns glücklich macht. Manchmal gehört auch dazu, dass man etwas offen kommuniziert, doch dazu fehlt oft der Mut, denn häufig wird man für etwas verurteilt, vielleicht sogar diskriminiert. Da heißt es dann Mut zu fassen und dazu zu stehen, denn auf anderem Wege wird man auch nicht glücklich. Kürzlich kam mir eine Situation, die grundsätzlich niemanden stört, die ich nur mit mir alleine ausmache, aber die einfach etwas verrückt ist, mir aber gut tut. Seit ich ein Kind bin, liebe ich Weihnachten. Und für mich gehören dazu einfach auch Weihnachtslieder, wobei ich schon jeher eher verschiedene klassische Versionen mag und nicht die ganzen Popsongs, die in den Kaufhäusern und Radios mainstreamartig Tag für Tag die ganze Adventszeit hindurch heruntergeleiert werden. Als Kind erntete ich dafür häufig Spötteleien, die sich sehr viel später als ziemlich haltlos erwiesen, denn ich erfuhr von hier und da, dass manche spöttelnden Mitschüler sich Weihnachtslieder anhörten, aber dazu einfach nicht standen, weil es ja "uncool" war. Somit begaben sie sich in ein Muster, in eine Schublade, nur um nach außen gut auszusehen, mussten sich aber eigentlich innerlich verstecken. Was für eine Selbstsabotage. Nun ist es so, dass ich tatsächlich noch ein kleines bischen verrückter bin 😄. Denn seit jeher ist es für mich so, dass, sobald die ersten Herbsttage im Oktober Einzug halten, mit ihren Stürmen, ihrem Grau, der ersten Kälte und der sich früher einstellenden Dunkelheit, kommt in mir ein starkes Gefühl der Vorfreude auf die Weihnachtszeit und auf die gemütliche Zeit auf. Ich genieße in dieser Zeit die Gemütlichkeit meines Zuhauses, mit Tee, Kakao und Kerzenschein, koche und backe dann noch viel lieber und zaubere Düfte von Holz, Feuer, Gewürzen und Gebäck in die Stube. Begleitet wird das ganze dann durch klassische Musik oder ruhigen Jazz. Und jetzt kommt das kleine Verrückte: hin und wieder ertönt bei mir zu Hause (wenn ich alleine bin) ein Weihnachtslied, ja, auch schon mitten im Oktober. Jetzt mag der ein oder andere sagen: "Man kann doch im Oktober noch keine Weihnachtslieder hören". Warum denn nicht? In den Momenten, wo diese Vorfreude in mir ist und ich diese dann noch durch ein solches Lied unterstreiche, empfinde ich plötzlich einen unglaublich tiefen Frieden in mir. Das ist so wunderschön, warum sollte ich es also nicht tun?

Wir sind ständig so beschäftigt mit so viele Dingen des Alltags, dass wir uns selbst viel zu oft vergessen. Und wenn jemand kommt, der mich für so eine kleine Verrücktheit verspottet, belächelt oder schlecht macht, dem kann ich nur einen mitleidigen Blick schenken, denn solch ein Verhalten zeugt von innerer Unzufriedenheit und Unglücklichsein mit sich selbst.

Lebt verrückt, spontan und lebensfroh.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen Herbst.

236 Ansichten1 Kommentar

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Erwartungen